Dortmund: Demos gegen „Nationalen Antikriegstag“

Am Wochenende des 4. und 5. September 2009 demonstrierten mehrere tausend Menschen gegen den so genannten „Nationalen Antikriegstag“, den der langjährige Neonaziaktivist Christian Worch für den 5.9.2009 angemeldet hat.

Der so genannte „Nationale Antikriegstag“ fand zum ersten Mal vor 4 Jahren am 3.9.2005 statt. Damals fanden 2 parallele Demonstrationen in Berlin und Dortmund statt, in Berlin gingen ca. 80 und in Dortmund ca. 150-200 Neonazis auf die Straße. Die Anzahl der Neonazis bei den Demonstrationen in Dortmund wuchs von Jahr zu Jahr an, so liefen im Jahr 2006 ca. 300, im Jahr 2007 schon ca. 400-500 und im Jahr 2008 dann der bisherige Höhepunkt mit ca. 1100 Neonazis. Dieses Jahr fanden sich ca. 700 Neonazis ein, die deutlich weniger aggressiv aus der Veranstaltung heraus wirken konnten als letztes Jahr.

Am Freitag gab es schon eine Linksradikale Vorabenddemonstration mit ca. 800-1000 Teilnehmern. Diese wurde vom S5-Bündnis organisiert und verlief weitgehend störungsfrei. Einzelne Neonazis, die am Rand der Demonstrationsroute standen, wurden meist von der Polizei weggeschickt bevor sie die Demonstranten provozieren konnten. In der Nacht von Freitag zu Samstag zündeten Unbekannte auch das Privatfahrzeug eines bekannten Neonaziaktivisten ab.

Am Samstag dann standen diverse Gegenveranstaltungen gegen die Neonazis an. So gab es wieder eine Demonstration vom S5-Bündnis, eine Demonstration von Gewerkschaften, Parteien und anderen Initiativen unter dem Motto „Dortmund stellt sich Quer“, eine Fahrraddemonstration und ein großes Konzert.
Bei der Auftaktkundgebung der Demonstration vom S5-Bündnis sammelten sich ca. 2500 Antifas auf dem Gerichtsplatz und feierten zu einem kleinem Konzert der Band Deichkind diese versetzte die Menge in Tanzstimmung ohne den Anlass aus dem Auge zu verlieren. Im Anschluss bildete sich eine kämpferische und entschlossene Demonstration die es sich nicht bieten ließ das die Polizei mit einem Großaufgebot von mehreren hundert zum teil behelmten Beamten ihr Anliegen und ihre Außenwirkung behinderte. So beendeten die Veranstalter die Demonstration vorzeitig. Im Anschluss kam es beim abziehen der Demonstranten zu Auseinandersetzungen mit der Polizei in deren Folge mehrere Polizeifahrzeuge Schäden erlitten.
Auch die „Dortmund stellt sich Quer“-Demonstration,an der ca. 2500 Menschen teilnahmen, verlief nicht ohne Repression und Auseinandersetzungen und auch sie wurde vorzeitig von den Veranstaltern aufgelöst.
Nach den Beendigungen der Demonstrationen versuchten viele hundert Nazigegner möglichst nahe an den Kundgebungsort der Neonazis am Dortmunder Hafen zu kommen. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen bei denen mehrere Polizeiwagen und auch eine Agentur für Arbeit angegriffen und beschädigt wurden.

Die Neonazis sammelten sich ab 11 Uhr auf einem mit „Hamburger Gittern“ umzäunten Park & Ride Parkplatz in der nähe des Dortmunder Hafens. Es reisten ca. 700 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Europäischen Ausland an. So hielten neben deutschen Neonazis, wie dem Anmelder der Kundgebung Christian Worch, auch Vertreter von Neofaschistischen Gruppen aus Tschechien, Bulgarien, Russland, den Niederlanden und Belgien Reden ab.
Um 16:00 Uhr war der Spuk wieder vorbei und die Neonazis traten die Heimreise wieder an.

Links:
Indymedia Übersichtsartikel
Antifaunion Dortmund
NRW rechtsaußen
NPD-Blog
redok

Bilder auf Recherche Nord

Bilder:
Die Vorabenddemo:

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Die S5-Bündnisdemo + Deichkindkonzert:
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Die Neonazis:

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2 Antworten auf “Dortmund: Demos gegen „Nationalen Antikriegstag“”


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