Berlin: Polizeieinsatz gegen Rigaer Str. 94

Am Abend des 22.08.2009 verursachte die schlampige Ermittlungsarbeit von Streifenpolizisten einen Großeinsatz der Berliner Polizei, in dessen Folge ein Hund von einem zivilen Polizeifahrzeug angefahren und schwer verletzt wurde.

Angefangen hatte der Einsatz laut Pressemeldung der Polizei mit einem Notruf gegen 23:00 Uhr bei dem die Anruferin angab, dass die nächtliche Ruhe in der Rigaer Str. durch laute Musik gestört sei und auch Glasklirren zu hören gewesen war. Die verständigten Beamten waren beim Eintreffen vor Ort sofort zu dem fehlerhaften Schluss gekommen der Lärm wäre von einigen Personen die vor der Riegaer Straße 94 standen ausgegangen und das Glasklirren wären die beschädigten Scheiben am Haus gegenüber, welche aber schon in der Nacht vom 2. zum 3. Juni im Rahmen der „Action Weeks“ zu Bruch gegangen sind. Die Leute fühlten sich aber durch den ungerechtfertigten Einsatz provoziert, so dass die Streifenwagenbesatzung Verstärkung holte. Als diese eintraf gingen alle Leute rein, woraufhin die Beamten sich erst gewaltsam Zutritt zum Hinterhof verschafften und dann auch versuchten die Tür der „Kadterschmiede“ aufzubrechen. Als das nicht gelang zogen sich die Polizisten wieder zurück, blieben aber in der Nähe und fuhren sehr dicht Streife im Kiez. Als dann gegen 1 Uhr ein ziviles Fahrzeug mal wieder an der R94 vorbei fuhr, fuhr es mit ca. 20 bis 30 km/h einen Hund an, der auf die Straße lief. Sofort wurde das Fahrzeug von Leuten die dies mitbekamen angegriffen und beschädigt. Keine fünf Minuten später waren 2-3 Mannschaftswagen vor Ort, die Besatzungen versuchten wieder in die R94 einzudringen, da sie die TäterInnen da drin vermuteten. Diesmal scheiterten sie schon an der versperrten Tür zum Hinterhof und zogen sich nach einigen Minuten wieder zurück, für den Hund wurde der Tierrettungsdienst gerufen, welcher auch nach ca. einer Stunde kam und das Tier zur Behandlung mitnahm. Die gesamte weitere Nacht war sehr viel Polizei im Kiez unterwegs aber es kam wohl zu keinen weiteren Zwischenfällen.
Hätten also die Beamten, die als erstes in der Rigaer Str. waren, gesehen, dass an dem Gebäude gegenüber kein frischer Schaden war – es fehlten sowohl Wurfgeschosse als auch frische Glassplitter – und sie gehört hätten, dass in der Straße noch Menschengruppen bzw. Partys waren, die genauso laut oder auch lauter waren als die Leute vor der R94, hätte dieser Großeinsatz und der Unfall vermieden werden können.

Pressemeldung der Berliner Polizei vom 2./3.Juni 09 über die Beschädigungen an dem Haus gegenüber der R94 (letzter Absatz):

In der Nacht zum Mittwoch kam es wohl bei mehreren Jobcentern zu erheblichen Glasbruch.
Jobcenter beschädigt
# 1666
Unbekannte beschädigten in den frühen Morgenstunden mehrere Jobcenter in Berlin.
Zunächst bewarfen rund zwölf Vermummte gegen 2 Uhr 40 Steine und Farbeier gegen die Fassade des Jobcenters in der Müllerstraße in Wedding. Die Gruppe flüchtete in Richtung Gerichtstraße. Mehrere Fensterscheiben gingen zu Bruch und wurden durch die Farbeier beschmutzt.
Gegen 4 Uhr 20 griffen rund acht Maskierte das Jobcenter in der Sonnenallee in Neukölln an. Durch Steine und mit Farbe gefüllte Flaschen wurden auch hier Fenster und Fassade beschädigt. Die Täter flüchteten mit Fahrrädern in Richtung Baumschulenweg.
Eine Mitarbeiterin eines Reinigungsdienstes stellte gegen 4 Uhr 30 in der Gottlieb-Dunkel-Straße in Tempelhof fest, dass Unbekannte die Glasfront des dort befindlichen Jobcenters mit Steinen eingeworfen hatten.
Bereits gestern Nachmittag hatten Unbekannte mehrere Fensterscheiben eines im Umbau befindlichen Wohnhausesin Friedrichshain mit Steinen eingeworfen. Hierbei gingen die Scheiben im Erd- und ersten Geschoss des Gebäudes in der Rigaer Straße zu Bruch.

Zum Vergleich der Absatz aus der Meldung vom 23.08.2009:

Hinsichtlich des Schreibenklirrens, stellten die Beamten fest, dass Unbekannte mehrere Scheiben im Erd- und ersten Obergeschoss eines in Sanierung befindlichen und ungenutzten Hauses eingeworfen hatten.





Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: