Berlin: antinationale Parade am 60. Jahrestag der Gründung der BRD

Am 23.Mai 2009 demonstrierten in Berlin über 2000 Menschen gegen die Geburtstagsfeierlichkeiten der BRD. Unter dem Motto „Etwas Besseres als die Nation – Gegen die Herrschaft der falschen Freiheit“ versammelten sich ab 18:00 Uhr die Demonstrantinnen und Demonstranten am Rosa Luxemburg Platz.

Gegen 19:20 setzten sie sich das erste mal in Bewegung, was durch die Polizei, die massiv Präsenz zeigte, verhindert wurde. Als Grund für die Verzögerung hielten die ersten Reihen der Parade her, die der Polizei zu dunkel gekleidet waren und mit Sonnenbrillen vermummt gewesen sein sollen. Nachdem dann die ersten Reihen durch bunter gekleidete Leute ausgetauscht waren, ging es nach weiterem Warten um ca. 20:00 Uhr mit ungefähr 1200 Leuten endlich los. Aus den 4 Lautsprecherwagen lief Musik, die Leute tanzten und im Frontblock wurden in etwas kämpferischerer Stimmung Parolen gerufen. So lief die Demonstration im Polizeispalier vom Rosa Luxemburg Platz in die Alte Schönhauser Str., in die Münzstr. und weiter in die Rosenthaler Str.. An den beiden Kreuzungen von der Alten Schönhauser Str. in die Münzstr. und von der Münzstr. in die Rosenthaler Str. standen Wasserwerfer mit in den Straßenabsperrungen was das repressive und martialische Auftreten der Polizei weiter unterstrich. Am Rosenthaler Platz gab es eine Dachaktion von AktivistInnen, sie verbrannten Deutschlandfahnen, zündeten Feuerwerk, schwangen Antifa- und schwarze Fahnen und entrollten ein großes Transparent mit der Aufschrift „Wir haben keine Wahl – Antiwahlkampagne 2009 – Kapitalismus Abschaffen! – ohne Parteien, Wahlen, Staat“. Die mittlerweile auf über 2000 Menschen angewachsene Parade bejubelte die Aktion und ging unter „Nie wieder Deutschland“ rufen weiter, in die Brunnenstr. an dem bedrohten Hausprojekt Brunnenstr.183 vorbei. An der Kreuzung Rosenthaler Str. ecke Veteranenstr. gab es gegen 21:00 einen Angriff der Polizei auf die ersten 200 Leute an der Demonstrationsspitze. Der Frontblock wurde eingekesselt, es wurden Knüppel, Faustschläge und Pfefferspray eingesetzt aber es war kein Anlass dazu zu erkennen. Nach ungefähr 15 Minuten konnte die Parade fortgesetzt werden, der Kessel wurde aufgelöst. Es ging die Veteranenstr. hoch in die Kastanienallee um dann von der Kastanienallee in die Oderberger Straße, in der es, wie während der gesamten Parade, wieder zu Rangeleien an den Seitentransparenten kam.
Anschließend wurde die Demonstration vorzeitig wenige hundert Meter vor dem eigentlichen Ziel, dem Mauerpark, aufgelöst. Die vorzeitige Auflösung der Veranstaltung war eine gute Lösung, da die Parade am Endpunkt mit Sicherheit weiteren repressiven Angriffen der Polizei ausgesetzt gewesen wäre. So strömten die ehemaligen TeilnehmerInnen aus der Oderberger Str. heraus wobei es an der Kreuzung Oderberger Str. ecke Kastanienallee doch zu weiteren Rangeleien kam da die Kreuzung durch Beamte abgesperrt war und nur ein kleines Nadelöhr in der Absperrung war wo die Leute durch konnten.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Polizei einiges getan hat, um eine Eskalation auszulösen, sie jedoch nicht verstanden hat, dass das eben nicht in das Konzept einer Parade passt und dass die OrganisatorInnen und TeilnehmerInnen lieber ihre Inhalte an Stelle von „Krawall“ in den Medien sehen wollten. Es wurde viel über die Veranstaltung berichtet, ohne dass sich das gezeichnete Bild der „bösen Chaoten“ bewahrheitet hat.

Links:
Berichte:
Indymedia: Berlin: 2000 auf antinationaler Parade
Indymedia: Etwas besseres als die Nation 23.5. Berlin
Indymedia: 60 Jahre Grundgesetz und Protestaktionen
Indymedia: Antinationale Parade in Berlin
Fotos:
Flickr: Björn Kietzmann
Flickr: PM Cheung
Flickr: ImageDeluxe
Flickr: mikael.zellmann
Flickr: antifaschistische_inventur
Berichte im vorfeld:
Indymedia: antinationale Parade – weitere Pressehetze
Indymedia: update: antinationale Parade in Berlin
Indymedia: Mobivideo zur Antinationalen Parade am 23.Mai
Indymedia: Deutschland du Opfer
Indymedia: Berlin: CDU vs. antinationale Parade (23.5.)

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Absurdes am Rande: hier ein Beamter der die Austauschspielereien der Gruppen- und Einsatzzugnummern auf die Spitze treibt. Auf dem Rücken 1131 auf dem Helm Links 1133 und auf dem Helm Rechts 3311, soweit mir bekannt gibt es aber die 3. Bereitschaftspolizeiabteilung noch garnicht.
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