Berlin: Thor Steinar Geschäft in Friedrichshain eröffnet

Seit 2002 gibt es die bei Rechten beliebte Modemarke Thor Steinar (Hintergründe: 1/2) sie setzt auf mehrdeutige Aufdrucke die einen Hang zu völkischen Symbolen wie zum Beispiel Runen und rechter Symbolik wie Beispielsweise Waffen der Wehrmacht u.ä. haben. Und das kommt an, sehr schnell wurde die Marke nicht nur bei offen agierenden Neonazis populär. (UDATES AM ENDE DES ARTIKELS)

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Bild1: Logo der Initiative „Stop Thor Steinar“
Bild 2&3: Thor Steinar Kleidung auf Neonaziaufmärschen

Sie wird sowohl über eindeutige Neonazi Versände und Läden (Beispielsweise der Berliner „Harakiri“ 1/2/3/4 und der Brandenburger „On the Streets“ 1/2/3/4/5) verkauft. Aber auch in manchen Lifestyle Geschäften (Beispielsweise die 3 „Doorbreaker“ Filialen im Lindencenter, in Köpenik, im Ringcenter 1/2/3 und früher auch im „Snow & Sun“ 1/2/3/4 in den Berliner Gropius Passagen) kann die Marke erworben werden.
Es gibt aber auch Läden die das finanzielle Potential erkannt haben und ausschließlich Thor Steinar bzw. lediglich noch die Kleidung von „Eric & Sons“ neben TS im Angebot haben ( Beispielsweise der Laden „Nordic Company – Textilwaren“ in Frankfurt a.d. Oder Infos und der Laden „Rodberg“ in Dessau Kurzinfo). „Eric & Sons“ ist eine Marke die aus dem Umfeld von Mediatex/Protex entstand und ist direkte Konkurrenz für Thor Steinar ( Hintergründe: 1 / 2). Seit dem 17.09.2005 verfügt Mediatex/Protex auch über eigene Geschäfte die ausschließlich Thor Steinar verkaufen.

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Bild 1: „Harakiri“ Berlin in der Bornholmer Str. 93
Bild 2: „On the Streets“ Hennigsdorf Foto: HAI
Bild 3: die Doorbreaker Filiale im Ringcenter2

Das erste eigene Ladengeschäft des Firmennetzwerks um Thor Steinar wurde der „Tønsberg“ im Berlin-Carré am Berliner Alexander Platz, dieser wurde ohne Aufmerksamkeit zu erregen am 17.09.2005 eröffnet. Im Rahmen der „We Will Rock You“-Kampagne (gegen Naziläden, rechte Musik & rechten Lifestyle) wurde der Laden das erste mal Ende 2005 öffentlich thematisiert (Indymediabericht zu der Demo am 17.12.05) und am 31.01.2008 musste der Laden, nachdem der Mietvertrag nicht verlängert wurde, wieder schliessen.

Im August 2006 kam der Dresdner „Tønsberg“ in der Wilsdruffer Strasse dazu, auch hier bildete sich ein antifaschistisches Bündnis (ladenschluss-jetzt.org) um über den Laden aufzuklären und Aktionen dagegen zu organisieren. Neben öffentlichen Aktionen wie Demos, Kundgebungen und Infoveranstaltungen gab es auch direkte militante Aktionen, zum Beispiel wurde der Laden während der Proteste gegen den Neonazigroßaufmarsch im Februar 2008 angegriffen und die Schaufenster zerstört. Auch dieses Geschäft musste dann im Juli 2008 wieder schließen.

Die nächste Ladeneröffnung war dann in Magdeburg, am 27.07.2007 eröffnete der Laden „Narvik“ in der „Grünen Zitadelle“ und auch hier gab es Proteste dieser Laden musste dann eineinhalb Jahre später wieder schließen.

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Bild 1: „Tønsberg“ Berlin im Berlin-Carré Foto: sueddeutsche.de
Bild 2: „Tønsberg“ Dresden
Bild 3: „Narvik“ Magdeburg

Ab dem 22.09.2007 gab es dann auch in Leipzig einen Laden mit dem Namen „Tønsberg“. Hier gab es schon am Abend vor der Eröffnung erste Aktionen gegen das Geschäfft. Am 18.12.2007 wurde von dem Vermieter Räumungsklage gegen die unliebsamen Mieter eingereicht, welche aber noch nicht mit einem rechtskräftigen Urteil endete.

Nach der Schließung des ersten „Tønsberg“ in Berlin eröffnete unweit des alten Standorts in der Rosa-Luxemburg-Straße 18 am 01.02.2008 ein weiterer Laden mit diesem Namen, hier regte sich diesmal sofort Widerstand ( 1 / 2 / 3 ). Es gab vielfältige Aktionen gegen den Laden vom Bezirk, der Nachbarschaft und Antifas. Daraufhin kündigten die Vermieter den Mietvertrag weil sie bei der Unterzeichnung nicht über das Sortiment ausreichend informiert wurden, aber auch hier ist noch kein rechtskräftiges Urteil gesprochen.

Auch in Dresden musste die rechte Kundschaft nicht lange auf ein neues Geschäft warten. Am 01.08.2008, also nicht einmal einem Monat nach der Schließung des „Tønsberg“, eröffnete der Laden „Larvik“ am Ferdinandplatz/ Sankt Petersburger Straße und das Dresdner Ladenschluss Bündnis arbeitet auch hier wieder auf eine schnelle Schließung des Ladens hin.

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Bild 1: „Tønsberg“ Leipzig Foto: kreuzer-leipzig.de
Bild 2: Protest gegen die Eröffnung des zweiten Berliner „Tønsberg“ in der Rosa-Luxemburg-Str.
Bild 3: „Larvik“ Dresden Foto: venceremos.antifa.net

Eine schnelle Schließung hatten auch die Aktivisten in Hamburg zum Ziel nachdem am 25.09.2008 in der „HSH-SHOPPING-PASSAGE“ der Laden „Brevik“ eröffnete. Und es gelang ihnen innerhalb von nur 36 tagen den Laden wieder zu vertreiben. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts veranstaltete ab dem 01.10.2008 jeden Tag eine Kundgebung vor den Passagen diese wurde in diesem Zeitraum ständig von Polizeibeamten belagert um den Laden zu schützen was aber den normalen Geschäften einen Umsatzrückgang bescherte, außerdem mussten Käufer von Thor Steinar Artikeln ständig damit rechnen angegriffen zu werden. Dies war auf Dauer nicht machbar, und so musste der Laden am 31.10.2008 wieder schliessen.

Am 28.11.2008 eröffnete wieder ein laden mit dem Namen „Tønsberg“, diesmal in Nürnberg in der Dr. Kurt Schumacher Straße 8. Am Eröffnungstag verteilten ca. 30 Antifaschist_innen Flugblätter um über das Geschäft aufzuklären (kurzer Artikel bei a.i.d.a. München ). Auch in Nürnberg wurde nach knapp drei Wochen der Mietvertrag gekündigt weil sich die Vermieter von den Geschäftsinhabern getäuscht sehen, aber auch hier steht noch eine rechtskräftige Entscheidung der Gerichte aus.

In Magdeburg eröffnete ein neuer Laden am 09.01.2009 im Anschluss an die Schließung des Ladens in der „Grünen Zitadelle“. Das neue Geschäft befindet sich jetzt in der Halberstädter Str. 82. Gegen diesen Laden gab es Farbaktionen, durch die der Laden nun etwas bunter erscheint.
Über den im Januar eröffneten Laden in Erfurt gibt es lediglich spärliche Information, zu finden ist er in der Neuwerkstraße 47 und trägt den Namen „Trondheim“.

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Bild 1: „Brevik“ Hamburg Foto: ahoj.blogsport.de
Bild 2: „Tønsberg“ Nürnberg Foto: indymedia.org
Bild 3: „Narvik“ Halberstädter Str. Magdeburg Foto: indymedia.org

Und auch in Berlin gibt es im Jahr 2009 einen neuen Thor Steinar Laden. Am 28.02.2009 eröffnete der Laden mit dem Namen „Tromsø“ in der Petersburger Str. 94.
Diese Adresse hat eine traurige Geschichte. An diesem Ort war früher das „Keglerheim“, ein SA Sturmlokal und ab 1932 Folterkeller in dem hunderte Friedrichshainer Antifaschistinnen und Antifaschisten misshandelt und ermordet wurden.
Am 28.02.2009 regte sich aber auch schon erster Widerstand, ca. 250 Personen beteiligten sich an einer Protestkundgebung gegen den neuen Laden.
Am späten Nachmittag des 02.03.2008 gab es dann schon die erste militante Aktion gegen das Geschäft. Mit dem Ergebnis das eine der Schaufensterscheiben zu Bruch ging.
Auch in Friedrichhain ist das Spektrum der Protestierenden sehr breit: Anwohner, Bezirksamt, die lokale Initiative gegen Rechts (IGR) Friedrichshain und Antifas ziehen am selben Strang um das unerwünschte Geschäft wieder los zu werden.

Fotos von der Eröffnung des „Tromsø“:
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Weitere Fotos von der Eröffnung des „Tromsø“ von mir.
Weitere Fotos von befreundeten Fotografen:
Theo Schneider von der Eröffnung des „Tromsø“
Yassim El Ali von der Eröffnung des „Tromsø“
iGuerilla von der Eröffnung des „Tromsø“
imagedeluxe von der Eröffnung des „Tromsø“ und von dem Laden nach dem ersten Angriff
Björn Kietzmann von der Eröffnung des „Tromsø“ und von dem Laden nach dem ersten Angriff

Links:
Infos zu der Kampagne „We Will Rock You – gegen Naziläden, rechte Musik & rechten Lifestyle“ aus dem Jahr 2005
Initiative „Stop Thor Steinar“
Initiative „Investigate Thor Steinar“
sehr informative Broschüre von „Investigate Thor Steinar“

UPDATE 23.04.09 Polizeipresseticker:

Sachbeschädigung durch Farbeierwürfe
Friedrichshain-Kreuzberg
# 1185
Heute früh gegen 6 Uhr entdeckte ein Angestellter des Objektschutzes eine Sachbeschädigung an einem Bekleidungsgeschäft in Friedrichshain. Unbekannte hatten ca. 20 Farbeier an die Fassade des Geschäftes in der Petersburger Straße geworfen.
Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

UPDATE 03.04.09 „Thor Steinar“-Geschäft in der Essener City

Heute eröffnet in der Essener Innenstadt eine Filiale der rechten Bekleidungsmarke „Thor Steinar“.
Indymediaartikel
Weitere Informationen folgen.
Antifa Essen [Z]

UPDATE 29.03.09 Polizeipresseticker:

Ladengeschäft beschmiert
Friedrichshain-Kreuzberg
# 0880
Unbekannte haben heute früh die Jalousien eines Bekleidungsgeschäftes in der Petersburger Straße in Friedrichshain besprüht. Polizeibeamte entdeckten die Farbschmierereien gegen 4 Uhr 15. Da eine politische Tatmotivation nicht auszuschließen ist, hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes die Ermittlungen übernommen.

UPDATE 28.03.09 Polizeipresseticker:

Bekleidungsgeschäft beworfen
Friedrichshain-Kreuzberg
# 0866
Unbekannte haben gestern Abend zwei Bierflaschen gegen ein Bekleidungsgeschäft in der Petersburger Straße in Friedrichshain geworfen. Nach ersten Erkenntnissen wollten gegen 19 Uhr etwa 20 Personen das Geschäft betreten, was ihnen aber nicht gestattet wurde. Danach warfen sie die Flaschen gegen die Eingangstür, wodurch die Scheibe beschädigt wurde. Die Täter flüchteten in unbekannte Richtung. Da eine politische Tatmotivation nicht auszuschließen ist, hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes die Ermittlungen übernommen.

UPDATE 26.03.09 Polizeipresseticker:

Sachbeschädigungen in Bekleidungsgeschäften
Friedrichshain-Kreuzberg/Mitte

Unbekannte haben heute Vormittag zwei Bekleidungsgeschäfte beschädigt.
In beiden Fällen ermittelt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes, da eine politische Tatmotivation nicht auszuschließen ist.
# 0840
Gegen 11 Uhr hielten vier maskierte Radfahrer vor einem Laden in der Petersburger Straße in Friedrichshain und bewarfen nach ersten Erkenntnissen die Schaufenster mit Kleinpflastersteinen. Danach warfen sie stark qualmende Gegenstände durch die Eingangstür in den hinteren Ladenbereich und flüchteten anschließend. Die beiden 28-jährigen Angestellten des Geschäftes blieben unverletzt. Die Schaufenster wurden beschädigt.
# 0841
Beinahe zur gleichen Zeit betraten vier Maskierte ein Bekleidungsgeschäft in der Rosa-Luxemburg-Straße in Mitte und verteilten eine unbekannte farbige Flüssigkeit auf die Ware im Verkaufsraum. Anschließend flüchteten die Täter. Die 23-jährige Angestellte wurde ambulant behandelt, nachdem sie über Atemnot klagte.

UPDATE 15.03.09

WIE HEUTE BEKANNT WURDE HAT DER VERMIETER DEN MIETVERTRAG DES TROMSØS WEGEN ARGLISTIGER TÄUSCHUNG GEKÜNDIGT.


5 Antworten auf “Berlin: Thor Steinar Geschäft in Friedrichshain eröffnet”


  1. 1 tora bora 23. Juli 2009 um 18:21 Uhr

    zu versandadressen:
    kietzer str.1
    12557 berlin in einer garage sitzt die firma skyrec „ansprechpartner“ denis bender, die mit nazi kleidung und dem namen nach vermutlich auch musik handeln.

  1. 1 Berlin: Demonstration gegen „TROMSØ“ « [Medienkollektiv Berlin] Pingback am 08. März 2009 um 20:47 Uhr
  2. 2 Berlin: Demonstration für den Erhalt linker Freiräume « [Medienkollektiv Berlin] Pingback am 15. März 2009 um 21:02 Uhr
  3. 3 Das hatten wir doch schon mal … « High Tension Pingback am 25. März 2009 um 21:09 Uhr
  4. 4 Andreas Potzlow Pingback am 02. Juni 2009 um 3:53 Uhr
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